Versprechen: Wir nehmen uns Zeit für die Behandlung ihres Kindes.
Das St. Anna Kinderspital ist das älteste Österreichische Krankenhaus nur für Kinder und Jugendliche, wurde 1837 gegründet und hat sich durch die Behandlung krebskranker Kinder einen Namen gemacht. All das gibt einem a priori das angenehme Gefühl, in diesem Krankenhaus mit seinen Kleinsten gut aufgehoben zu sein.
Erlebnis: Kein Heiligenschein.
Dieser fiel für mich am 30. Mai. Mein Sohn, keine eineinhalb Jahre alt, hatte hohes Fieber und wir folgten dem Rat der Ärztezentrale die Ursachen untersuchen zu lassen und begaben uns zum St. Anna Kinderspital. Als wir etwa um 1.45 Uhr in der Nacht ankamen, wurden wir vom Portier damit begrüßt, dass unser Auto „ganz schlecht“ abgestellt sei – wir hatten in unserer Eile und Aufregung den Wagen kurzfristig vor dem Eingang platziert. Eine echte Sünde scheinbar. Die Dame am Empfang ließ uns zunächst einmal alle Aufnahmeformulare ausfüllen. Die Stimmung war frostig, so hatte ich das nicht erwartet.
Dann wurden wir im Wartezimmer platziert und warteten – ganz alleine – bis wir aufgerufen wurden. Es empfing uns eine verschlafene, sichtlich schlecht gelaunte (Kinder-?) Ärztin, die unseren Sohn kaum eines Blickes würdigte, geschweige denn auch nur ein Wort an ihn richtete. Die Untersuchungen an unserem Sohn wurden mechanisch und weiterhin mit übler Stimmung abgewickelt. Unsere Stimmung war nun ebenfalls auf dem Tiefpunkt. Zur Verkündung der Diagnose bat ich um Verzeihung wegen der allzu späten Störung und hoffte darauf, dass die Message bei der behandelnden Ärztin, die sichtlich etwas besseres vor gehabt hatte, ankommt. Hier wollen wir nie mehr wieder unser Kind behandeln lassen.
Ergebnis: So kann man kein Vertrauen aufbauen.
Lieber Herr Univ.-Prof. Dr. Helmut Gadner, es mag schon sein, dass wir durch unsere bisherige kinderärztliche Betreuung sehr verwöhnt sind. Es mag auch sein, dass das St. Anna Kinderspital durch verschiedenste Patienten (und v.a. deren Eltern) aus verschiedensten kulturellen Backgrounds täglich vor große Herausforderungen gestellt ist und viele Mitarbeiter an ihre Leistungsgrenzen stoßen. Aber dennoch: Gerade im Gesundheitswesen geht es mehr als in allen anderen Dienstleistungsberufen um eines: Vertrauen. Unseres haben sie verloren, ich wünsche Ihnen und Ihrem Team viel Erfolg dabei, solche Erlebnisse Einzelfälle sein zu lassen.



